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mikeurban:dhiappini

Inhalt der Datei dhiapp.ini

Handbuch: DHIAPP INI and ADP Files Reference Manual.pdf, section 1: Control of MOUSE computations - dhiapp.ini file
Letzte Änderung mit MIKE URBAN Version 2014

Etliche Parametern für die Modellierung mit dem MOUSE- oder MIKE 1D-Berechnungskern werden nicht über die normale Bedienungsoberfläche, sondern über die Textdatei dhiapp.ini festgelegt, welche im Installationsverzeichnis \DHI\2014\MIKE URBAN\Cfg\ zu finden ist. Die dhiapp.ini ist ASCII-codiert und kann mit jedem Texteditor bearbeitet werden.

Änderungen an der originalen dhiapp.ini im Verzeichnis \MIKE URBAN\Cfg\ beeinflussen alle Simulationsläufe, die auf diesem Computer durchgeführt werden.

Möchten Sie Anpassungen nur für ein ganz bestimmtes Projekt vornehmen, so kopieren Sie die dhiapp.ini in Ihr aktuelles Arbeitsverzeichnis1) und verändern lediglich diese kopierte Version

.

Der Berechnungskern sucht immer zuerst nach einer dhiapp.ini im Arbeitsverzeichnis. Wenn er keine findet, greift er auf die dhiapp.ini im Installationsverzeichnis \DHI\2014\MIKE URBAN\Cfg\ zurück.

Die meisten Parameter sind direkt in der dhiapp.ini erklärt. Andere Parameter sind nicht erklärt, weil sie sehr spezielle technische Details betreffen, und eine Veränderung durch den Anwender nicht vorgesehen ist.

Im Folgenden werden nur einige ausgewählte Parameter genauer erklärt.

HTMBROWSER

Mit HTMBROWSER können Sie festlegen, welchen Browser MIKE URBAN starten soll, um Fehlermeldungen, Statusmeldungen oder die MOUSE-Ergebniszusammenfassung zu zeigen.

Mit HTMBROWSER=C:\Programme\Mozilla\Firefox\firefox.exe (die Pfadangabe müssen Sie an Ihren Computer anpassen) startet MIKE URBAN zum Beispiel Firefox. Auf den Standardbrowser hat diese Einstellung keinen Einfluss, Sie können also wie gewohnt im Internet surfen.

Wenn HTMBROWSER nicht gesetzt ist, wird der im Betriebssystem festgelegte Standardbrowser verwendet.

SUMMARY_NAME

SUMMARY_NAME legt fest, welchen Dateinamen die Zusammenfassung der Simulation erhält.

  • SUMMARY_NAME=1 verwendet den Namen der Ergebnisdatei. Wenn die Ergebnisdatei einer Abflusstransportberechnung XXXXX.prf heißt, dann erhält die Zusammenfassung den Namen Summary_HD_XXXXX.HTM.
  • SUMMARY_NAME=2 verwendet den Namen der MIKE URBAN Datenbank. Wenn die Datenbank YYYYY.mdb heißt, dann erhält die Zusammenfassung den Namen Summary_HD_YYYYY.HTM. Diese Option scheint derzeit nicht zu funktionieren2).

RUNOFF_B_ExtraOutput

RUNOFF_B_ExtraOutput=ON schreibt die hydrologischen Teilprozesse des Modells B in die die normale *.crf-Datei, welche in MIKE VIEW und MIKE URBAN dargestellt werden kann. Diese Darstellung ist hilfreich für das bessere Verständnis des Modells B, für die Kalibrierung, für Tests und für die Dokumentation.

Weil die *.crf-Dateien dadurch deutlich größer werden, funktioniert diese Option nur bei Modellen mit bis zu drei Einzugsgebieten. Die Standardeinstellung lautet: RUNOFF_B_ExtraOutput=OFF

Parameter für die hydrodynamische Simulation mit MOUSE

BRANCH_MIN_L

Haltungen, die kürzer sind als der unter BRANCH_MIN_L angegebene Wert, werden vom MOUSE-Berechnungskern automatisch verlängert. Vorgabewert ist 10 m.

Falls ein Netz aus vielen kurzen Haltungen besteht, bewirkt ein hoher Wert für BRANCH_MIN_L unter Umständen eine unerwünschte Zunahme an Volumen in den Haltungen. Ein zu niedriger Wert wiederum kann dazu führen, dass die numerische Lösung außer Rand und Band gerät.

WRITESURFACEFLOODRESULTS

WRITESURFACEFLOODRESULTS=1 ergänzt die Ergebnisdateien um das Volumen, das an den Schächten an die Oberfläche tritt.

Mit WRITESURFACEFLOODRESULTS=0 wird das Volumen nicht gesondert ausgewiesen (Standardvorgabe). In der hydrodynamischen Berechnung berücksichtigt wird das Volumen in jedem Fall!

In der HTML-Zusammenfassung wird die Tabelle „Knoten - Wasserspiegel“ um die Spalten „Akkumuliertes positives Überstauvolumen“ und „Flooding duration“ ergänzt:

  • Bei normalen Schächten wird das Volumen angegeben, das in das fiktive Becken an der Geländeoberfläche austritt. Mehrmals ansteigender Wasserspiegel wird mehrmals gezählt. Steigt der Wasserspiegel nur einmal an und sinkt danach wieder, entspricht das ausgetretene Volumen auch dem Maximalvolumen im fiktiven Becken.
  • Bei druckdichten Schächten wird das (sehr kleine) Volumen in der fiktiven Röhre an der Geländeoberfläche angegeben.
  • Bei frei überlaufenden Schächten wird das (sehr kleine) Volumen angegeben, das vor dem Überlaufen aktiviert wird. Das eigentliche überlaufende Volumen, das ja nicht mehr ins Kanalnetz zurückkehrt sondern aus dem System entfernt wird, ist in der HTML-Zusammenfassung in der nächsten Tabelle „Knoten - übergelaufenes Volumen“ angeführt.

Sofern Sie PRINT_EXTRA_INFO=1 (der nächste Parameter in der dhiapp.ini) setzen, wird eine XRF-Datei (eXtended Result File) mit zusätzlichen, binär codierten Ergebnissen erstellt. Sie kann zur Visualisierung in MIKE View zu einer PRF-Datei hinzugefügt werden und enthält folgende Zeitserien:

  • Überstauabfluss [m3/s], das ist Abfluss in Richtung Geländeoberfläche. Er hat ein positives Vorzeichen, wenn Wasser aus der Kanalisation austritt, und ein negatives Vorzeichen, wenn Wasser wieder in die Kanalisation eintritt.
  • Überstauvolumen [m3], das ist das Volumen, das sich zu jedem Zeitschritt an der Oberfläche befindet.

Setzen Sie PRINT_EXTRA_INFO=1, um eine XRF-Datei (eXtended Result File) mit zusätzlichen, binär codierten Ergebnissen zu erstellen. Sie wird parallel zur PRF-Datei gespeichert, und kann in MIKE View mit „Datei > Hinzufügen“ zu einer bereits geöffneten PRF-Datei hinzugefügt werden. Die Darstellung erfolgt in MIKE View analog zu den Standardergebnissen in der PRF-Datei.

Folgende Ergebnisse sind in der XRF-Datei gespeichert:

Ergebnistyp Bemerkung
Zeitschritt ident mit dem in der PRF-Datei gespeicherten Zeitschritt
Fließgeschwindigkeit ident mit der in der PRF-Datei gespeicherten Fließgeschwindigkeit
Froudezahl
Volumen in Knoten
Volumen in Haltungen
Überstauabfluss sofern WRITESURFACEFLOODRESULTS=1
Überstauvolumen sofern WRITESURFACEFLOODRESULTS=1

FIXED_DECIMAL_TIMESTEP

Für spezielle Aufgaben, wie der Suche nach der Ursache von Instabilitäten, ist es sinnvoll, mit einem Zeitschritt unter einer Sekunde zu simulieren. FIXED_DECIMAL_TIMESTEP setzt die Einstellungen des minimalen und maximalen Zeitschritts im Simulationseditor außer Kraft.

Der Eintrag FIXED_DECIMAL_TIMESTEP=0.2 zum Beispiel weist den Rechenkern an, mit einem fixen Zeitschritt von 0,2 Sekunden zu rechnen.

Wenn Sie optional in der PRF-Datei jeden Zeitschritt speichern möchten, der simuliert worden ist, müssen Sie im Editor „MOUSE-Berechnung“, Register „Abflusstransport“ hinter „Speichern alle“ jeweils 0 angeben.

CRS_EXTRAPOLATION

Werden offene Sonderprofile modelliert und der Wasserspiegel erreicht entweder links oder rechts die Böschungsoberkante, so stoppt der Simulationslauf. Mit den folgenden Einstellungen werden die Böschungen extrapoliert, sodass der Simulationslauf fortgesetzt werden kann.

CRS_EXTRAPOLATION=1 keine Extrapolation; ist der Parameter nicht definiert, wird ebenfalls keine Extrapolation durchgeführt
CRS_EXTRAPOLATION=2 Extrapolation entsprechend dem CRS_EXTRAPOLATION_ANGLE (=Extrapolations-Winkel) und des CRS_EXTRAPOLATION_HEIGHT_FACTOR.
CRS_EXTRAPOLATION_ANGLE=90.0 Winkel [Grad] zwischen der Horizontalen und den zu extrapolierenden Sonderprofilschenkeln; in diesem Beispiel 90°, das heißt vertikale Schenkel.
CRS_EXTRAPOLATION_HEIGHT_FACTOR=3.0Faktor für die maximalen Höhe des zu extrapolierenden offenen Sonderprofils, ausgehend von der maximalen Höhe des nicht extrapolierten Sonderprofils. In diesem Fall Faktor 3, d.h. Extrapolation bis zur 3-fachen maximalen Höhe des Sonderprofils.

Legt fest, wie die Haltungslänge berechnet werden soll.

LINK_LENGTH_TYPE_NO=1 berechnet die Länge von Schachtmittelpunkt zu Schachtmittelpunkt. Dies ist die Standardvorgabe.

LINK_LENGTH_TYPE_NO=2 berechnet die Länge von Schachtrand zu Schachtrand. Gegenüber der ersten Methode wird an beiden Enden der halbe Schachtdurchmesser abgezogen.

Die Länge wird in beiden Fällen als 2D-Länge gerechnet.

Offene Punkte

  • Wie ist das mit WRITESURFACEFLOODRESULTS=1 in dualen Systemen oder in MIKE Flood?
  • Erklärung des Akkumulierten positiven Überstauvolumens im Vergleich zum Maximum des Überstauvolumens in der XRF-Datei.
1)
das ist das Verzeichnis, in dem die MIKE URBAN-Datenbank gespeichert ist
2)
MIKE URBAN Version 2009 SP4
mikeurban/dhiappini.txt · Zuletzt geändert: 2017/09/06 11:37 von thomas